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Beirut nach der Explosion architekturJJ 2021.pdf (140.09KB)
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Beirut: Architektur nach der Explosion

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Aftermath_of_the_2020_Beirut_explosions_august_6_2020_09.jpg

Sehr selten berühren einen reine Nachrichtentexte aus Tageszeitungen so sehr wie dieser hier: „Die Nachbarschaft – seit in Beirut der Wiederaufbau begonnen hat, entdecken Architekten, Stadtplaner und Bewohner ihre Stadt völlig neu“ von L. Popp.[1] Die Autorin skizziert die aktuelle Situation der gebeutelten Stadt nach der verheerenden Explosions-Katastrophe im Sommer 2020 mit über 200 Toten, 6.500 Verletzten und 300.000 Obdachlosen. Sie zeigt darüber hinaus eindrucksvoll, wie die libanesische Bevölkerung einen unglaublichen Willen und viel Kraft aufbringt, um ihre Stadt in kürzester Zeit und trotz aller Widrigkeiten wieder aufzubauen.

 

Schon jetzt haben einzelne Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet (Stand: November 2020) und die Geräusche reger Bauaktivitäten sind überall zu hören. Dies ist vor dem Hintergrund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage im Libanon sowie der aktuellen Corona-Pandemie umso beeindruckender.

 

Mit meinem Kurzessay möchte ich aus soziologischer Sicht die unerwartet positiven Nebeneffekte des Unglücks vom 4. August 2020 auf lokale Architektur und Städteplanung aufzeigen. Mit allem gebotenen Respekt gegenüber den Betroffenen natürlich, denen mein Mitgefühl gilt. Beirut wurde früher das „Paris des Nahen Ostens“ genannt ob seiner schönen Häuser mit französischem Charme, die aus der Besatzung nach dem 1. Weltkrieg stammen. Sie ergänzen die reich verzierten Häuser mit orientalischem Touch, welche unter dem Osmanischen Reich seit dem 16. Jahrhundert in Beirut gebaut wurden. Viele Gebäude dieses kulturellen Erbes wurden nun durch die Explosion unwiderruflich zerstört.

 

Zu erwarten wäre jetzt -zumindest würde es vermutlich in vielen anderen Großstädten dieser Welt so laufen-, dass schnell inländische und mehr noch ausländische Investierende mit Profitfokus die betroffenen Grundstücke aufkaufen und möglichst kosteneffizient bebauen. Schließlich handelt es sich zum großen Teil um sogenannte Sahnestücke, die geografisch vorteilhaft direkt am Wasser im Hafen liegen. Gentrifizierung (meint hier: Verdrängung einkommensschwacher durch wohlhabendere Haushalte) und vermutlich der Verlust des alten Charmes der Stadt mit ihren kleinen Geschäften und Design Studios wären Stichworte, die in diesem Zusammenhang fallen könnten. Aber – nicht so in Beirut!

 

„Wir werden niemals weichen, wir bauen selbst wieder auf!“ („We will never leave, we will rebuild!“) ist das Motto vieler Anwohnender und von neu gegründeten Selbsthilfegruppen. Die Stadtsoziologie reibt sich die Augen: Beirut scheint ein Lehrbuchbeispiel zu sein dafür, dass aus hoher Einwohnendendichte viel Kreativität und Innovation entstehen. Mit über 470.000 Menschen auf nur 85 qkm kann Beirut tatsächlich als städtebaulich verdichtet bezeichnet werden. Die Beiruterinnen und Beiruter sind trotz ihrer häufig persönlichen und finanziellen Miseren nach der Katastrophe bereit, Kapital und Kraft in den Wiederaufbau der Stadt zu stecken. Dabei werden sie -unerwartet effektiv und effizient- von der libanesischen Regierung unterstützt, die mit Finanzspritzen sowie passenden Gesetzänderungen aufwartet. Dies ist umso erstaunlicher, als der Staat finanziell als gelinde gesagt angeschlagen gilt.

 

Aus soziologischer Sicht frage ich mich sofort: warum ist die libanesische Bevölkerung so erfolgreich dabei, sich gegen ausländische Investierende zu wehren, wobei es doch im Rest der Welt meistens anders läuft? Wo kommt diese besondere Stärke her?

 

Drei Punkte sind mir aufgefallen, die helfen, meine Fragen in einem ersten, natürlich rein basalen Sinn zu beantworten:

·      „Wir-schaffen-das-Attitüde“: wer lokale Nachrichten und Interviews mit Einwohnenden liest (zumindest einige der in Englisch Geschriebenen habe ich verfolgen können), stellt fest, dass diese häufig davon sprechen, „Beiruts Seele“ seien seine Menschen. Den aktuellen Wiederaufbau nennen sie eine „people-centered-recovery“. Spontan erinnert mich das -bei aller Unterschiedlichkeit- an die Stimmung der sogenannten „Trümmerfrauen“ im Nachkriegsdeutschland. Hier in diesem Essay ist nicht der Platz, um tief in die Geschichte Beiruts und des Libanon einzusteigen. Nur so viel: es ist eine wechselvolle Geschichte, angefangen von der Gründung durch die Phönizier im 1. Jahrhundert v.Chr., die bis heute als Unterscheidung zu Arabern ins Feld geführt wird. Und es ist eine Geschichte mit vielen ausländischen Geflüchteten, die über Jahrhunderte immer wieder den Libanon als Zufluchtsort wählten und unterschiedliche Religionen und Kulturen mitbrachten. Bis heute ist ein besonders starker Zusammenhalt innerhalb der verschiedenen Ethnien zu beobachten, der vermutlich existenzielle Gründe hatte.[2]

 

·      „Bedeutung der Nachbarschafts-Viertel“: auch in Beirut leben viele verschiedene Menschen, die ob ihrer Diversität nicht über einen Kamm geschoren werden können. Deutlich wird dies zum Beispiel bei den doch recht unterschiedlichen Stadtvierteln. Die zwei direkt am Hafen und damit am Epizentrum gelegenen Viertel Mar Mikhael und Karentina gelten als Paradebeispiel für sogenannte bottom-up-recovery-processes, ihre Bewohnenden legen gerade also selbst Hand an beim Wiederaufbau. In anderen Stadtvierteln hingegen, die gesellschaftlich mehr dem Mittelstand zu zuordnen sind, wird eher auf Hilfe von (investierenden) Außen gewartet. Ein Grund für die Passivität mag die Erfahrung aus der Vergangenheit sein: in diesen Vierteln wurden Immobilien als aggressive Spekulationsobjekte gehandelt und Eigenleistung der Eigentümer häufig nicht honoriert.

 

(Was mich darüber hinaus wundert: in der Soziologie werden sogenannte „Third Places“, also „dritte“ oder mehr öffentliche Orte für Menschen neben deren privaten Wohn- sowie Arbeitsorten als zentral für sozial bindende Aktivitäten in Nachbarschaften und (Stadt)vierteln angesehen. Diese „Third Places“ gibt es jedoch nicht in Beirut – jedenfalls nicht in gebauter und strukturierter Form. Was dafür existiert, sind Plastikstühle. Viele Plastikstühle, die auf Gehsteigen oder in Vorhöfen der Häuser stehen und die sich bei den Bewohnenden reger Beliebtheit erfreuen, um spontan nachbarschaftlich ins Gespräch zu kommen. Die Autorin des oben erwähnten Zeitungsartikels nennt diese Plastikstühle, denen deren starke Nutzung anzusehen ist, augenzwinkernd die „Park-Bänke des Mittleren Ostens“).

 

·      „Lokale Selbsthilfe-Gruppen (NGO, Non-Governmental-Organisations)“: erstaunlich viele NGOs haben sich in kürzester Zeit in Beirut gebildet, um den Wiederaufbau auch in ein stimmiges städtebauliches Konzept einzubinden. Das schon langjährig etablierte NGO „Beirut Urban Lab“ hat die erste interaktive Karte des Großraums Beirut entwickelt, auf der die vielen beschädigten Gebäude der Stadt sowie deren Rekonstruktionsstand gemonitort werden. Dies wird nun rege für den Wiederaufbau nach der Explosion 2020 genutzt, Dieses NGO bietet auch Workshops an, in denen in lockerer Umgebung Anwohnende und Eigentümerinnen mit Expertinnen und Experten aus Architektur und Städteplanung direkt miteinander kommunizieren. Ein anderes Beispiel eines langjährigen NGO ist das „Arab center for architecture“, dessen Ziel es ist, die Bevölkerung in Beirut für die gesellschaftlich wichtige Bedeutung guter Architektur zu sensibilisieren. Derzeit durchforsten die Mitglieder mit Bau- und Städteplanungserfahrung die Straßen ihrer Stadt, um schützenswerte Bauten zu lokalisieren.

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/EDL_siege.jpg

Und nun endlich zu den oben versprochenen positiven Nebeneffekten der verheerenden Katastrophe auf die Architektur Beiruts: anders als früher stehen beim Wiederaufbau nicht mehr nur die historischen Gebäude mit osmanischem oder französischem Einschlag im Mittelpunkt. Neu entdeckt wurde das Baukulturerbe der Moderne, dessen es viel gibt in Beirut. Rund 80% aller Häuser der Stadt stammen nämlich aus dieser Zeit. Um nur ein Beispiel zu nennen: die Hauptverwaltung des staatlichen Energiekonzerns „Electricité du Liban in Beirut“, gebaut 1965-1972 von Neema u.a. steht nun auf der Liste für schützenswerte Denkmäler in Beirut. Auch das Gebäude mit dem ersten elektrischen Aufzug der Großstadt soll auf diese Liste gesetzt werden. Dieser Schindler Aufzug war in den 1950er Jahren eine so große Sensation, dass er damals Besuchsmagnet für Reisende aus dem ganzen Land war.

 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: es stehen nicht mehr wie früher nur einzelne Gebäude im Fokus des Denkmalschutzes. Nach der Explosion, die ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt hat, wird baukulturelles Erbe in den Kontext seiner Umgebung eingebunden. Konkret bedeutet das, dass Städteplanende derzeit explizit nach Gebäuden Ausschau halten, die wie das oben erwähnte Schindler Haus eine wichtige Geschichte der Stadt zu erzählen haben UND die gleichzeitig neben wenig entwickelten Brachflächen oder großen Parkplätzen liegen. Durch diese Strategie soll nicht nur ein einzelnes Haus, sondern eine ganze Nachbarschaft vor wilder Spekulationsflut ausländischer Investierender geschützt werden.

 

Natürlich gibt es sehr viel mehr Einflussfaktoren und sehr viel mehr positive (ebenso wie negative) Nebeneffekte auf die Architektur und Städteplanung Beiruts. Bekanntermaßen ist Bauen und Wiederaufbauen, vor allem bei Denkmälern, teuer. Ganze Stadtviertel neu zu bauen und wiederaufzubauen ist noch mal mehr teuer. Deshalb arbeiten die lokalen NGO mit internationalen Organisationen wie der UNESCO zusammen, welche die Stadt mit Geld und mit Wissen unterstützen. Besonders erwähnenswert ist auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen „Expertise“ auf der einen Seite (Architektinnen, Städteplaner, Soziologinnen) und „Laien“ auf der anderen Seite (Bewohnende und Eigentümer). Gerade um „Häuser mit Geschichte“ zu finden, helfen Letztere mit ihrem -häufig über Generationen vermittelten- Erfahrungsschatz.

 

Der Wiederaufbau Beiruts wird trotz allem Willen und Kraft noch viel Zeit beanspruchen. Ein Kurz-Frist-Ziel nennen alle Beteiligten jedoch jetzt schon: dass die Regierung möglichst bald ein städtebauliches Gesamtkonzept („Masterplan“) für Beirut entwickelt.


Fallen EUCH weitere Städte mit solch einer "Wir-schaffen-das"-Einstellung ein? Welche Meinung habt Ihr zum Wiederaufbau Beiruts? Ich freue mich auf Euer Feedback!


[1] In: FAS, Nr. 45, S. 43, 8.11.2020.

[2] Spannend und zugleich kurz und knackig zu lesen ist die libanesische Geschichte zum Beispiel hier: T. Grzeszyk: Die wechselvolle Geschichte des Libanon, https://www.deutschlandfunkkultur.de/nahost-die-wechselvolle-geschichte-des-libanon.976.de.html?dram:article_id=334503, 21.10.2015 (abgerufen 25.01.2021). 


GrundLegendes und WeiterFührendes:

Al-Hamarne, A. et (ed.).: Neoliberale Urbanisierung – Stadtentwicklungsprozesse in der arabischen Welt, Bielefeld, 2019.

Al-Harity, H. et.: Initiatives in Response to the Beirut Blast https://www.beiruturbanlab.com/en/Details/680, 22.11.2020.

Arbit, G.: Modern architecture in Lebanon as part of our cultural heritage – Part I https://blfheadquarters.com/2018/02/20/modern-architecture-lebanon-part-cultural-heritage/ , 16.11.2020.

Farwicke, F: Segregation und Eingliederung : Zum Einfluss der räumlichen Konzentration von Zuwanderern auf den Eingliederungsprozess, Wiesbaden, 2009. 

Fawaz, M.: „A People-Centered Recovery“, https://www.beiruturbanlab.com/en/Details/661, 15.08.2020.

Hahn, J.: BIG, Tatiana Bilbao and Norman Foster donate drawings to Architects for Beirut charity auction https://www.dezeen.com/2020/11/02/architects-for-beirut-big-tatiana-bilbao-norman-foster/, 02.11.2020. 

Heumann, P.: Beirut – die Stadt, die niemals aufgibt https://www.rnd.de/politik/eine-geschichte-uber-beirut-die-stadt-die-niemals-aufgibt-UDBVG43MAJC2ZOPC6XL4ECPXDA.html, 20.08.2020.

Krätke,   J. et. (ed.): Transnationalism and Urbanism, 2014.

Pintos, P.: Stone Garden Apartment Building / Lina Ghotmeh Architecture https://www.archdaily.com/950128/stone-garden-apartment-building-lina-ghotmeh-architecture, 22.11.2020

Rustom, J: Die Weißen Pavillons von Beirut  https://www.bauhauskooperation.de/kooperation/jubilaeumsarchiv/magazin/folge-dem-bauhaus-in-die-welt/die-weissen-pavillons-von-beirut/, 2017, 22.11.2020.




 

Beirut's architecture after the explosion

 

Usually you don’t get goosebumps while reading a business-like article in the broadsheets. But this one is different: „The Neighborhood: as reconstructions start, architects, urban planners and residents are exploring a fully new city“. The author begins by summarizing the current situation in the capital of Lebanon after the deadly explosion three months ago on August 4th, 2020 which left more than 200 people dead, 6,500 injured and over 300,000 homeless. She then goes on to describe in quite touching detail how the Lebanese are showing an incredible willingness and power to rebuild their city on their own against all odds in a very short amount of time.

Already some of the local shops and restaurants have reopened and all day long you can hear the familiar noises of buildings being reconstructed in damaged Beirut. This is even more impressive when we take into consideration the enormous challenges the people face due to the current COVID pandemic and the already weak economy in Lebanon.

With this essay I want to underline from a sociological point of view the – probably never expected – positive side effects of the horrible catastrophe to local architecture and urban planning. Beirut’s old nickname is „Paris of the Middle East“ as you can find a lot of beautiful old houses with a French touch, which were built during the French Mandate after WWI. They are in good companionship with even older residences dated back to the Ottoman Empire that are charming with their traditional eastern style.

A lot of this cultural heritage is now damaged beyond retrieval.

What you would usually expect to happen after such an event is that a lot of foreign investors would flock to the growing and dynamic metropolis who are eager to make a great deal of money by rebuilding houses and districts as soon as possible and as cheap as possible. And such a process would normally lead to gentrification (here: when poor people within a district are replaced by wealthier ones) and probably the loss of „the old friendly face“ of Beirut, as the damaged neighborhoods with their local old workshops and nice design studios were once called.

Well interestingly enough – and not only for Sociologists – the situation in Beirut is different. „We will never leave, we will rebuild“ is the slogan of the locals’ reaction to the catastrophe. Despite their misery, the locals show endogenous economic and personal power. Actually, it seems they are a prime example of agglomeration theories, namely how creativity and innovative capacity can emerge from a high urban density (with an estimated population of 470,000 people within only 85 square kilometers, Beirut is definitely packed). And they are supported by the – financially nearly ruined and reputationally more than stricken – Libanese government, who rapidly announced a new law to protect the inhabitants. It also includes financial support for the local rebuilding.

The question I ask myself is: why are the Lebanese so successful in opposing international investors – while in most big cities of the world inhabitants aren't? Where does their strength come from?

Doing my sociological research I found three key points that helped to answer my questions, yet in full awareness that these findings definitely make no claim to be complete:

·   THE YES-WE-CAN MIND-SET: analysing both local newspaper articles and interviews with local experts, I found that they were all underscoring how „Beirut’s soul is its people“. They call the current reconstructions a „people-centered recovery“. As most Lebanese are hesitant to rely on the government due to bad past experiences, the home owners of the blasted districts in Beirut took it on themselves to start rebuilding on their own. One reason for this mind-set might be the history of the Libanon, dated back to the first century B.C., when the Phonecians founded the city. This still is an important aspect of differentation to the Arabian world until today. Also, the Libanon has always been a haven for refugees of different cultures and religions. Up to now each ethnic group shows special solidarity, which may be crucial in the beginnings.

·   COMMUNITY-SAVING NEIGHBORING: upon a deeper and more diverse look at Beirut’s affected districts shows that there is an extraordinary solidarity within these communities, despite their different backgrounds. For example, the two districts Mar Mikhael and Karentina, which surround the port and epicenter, can serve as case studies for bottom-up recovery processes. Other deeply affected middle-class neighborhoods in contrast have faced aggressive speculative property investments in the past years, so that the inhabitants here show less self-sufficiency, as this was ineffective before.

(Something that struck me as interesting here: in sociology we typically assume that Third Places (planned buildings especially intended for social interactions) are crucial in creating and fostering a community feeling in neighborhoods. As a matter of fact, in Beirut there are actually very little examples of such common ground Third Places. It is instead quite typical for the locals to meet casually in small courtyards or front yards, stairwells and on highly crowded pedestrians walkways, to sit together and chit-chat on rickety lawn chairs made of plastics (which are sometimes affectionately called the „park benches of the Middle East“). You can only imagine that these informal places also act as discussion points fuelling the current rebuilding.)

·   LOCAL-NGO-SUPPORT: to transfer local rebuilding processes in a more wider urban planning context a lot of local NGOs have turned up. The already established „Beirut Urban Lab“ for example has created the first map of Municipale Beirut as a platform of shared geolocalized information to coordinate and monitor damage assessments and recovery efforts. This is now heavenly used after the explosion in Summer 2020. They also organize community-based workshops, where inhabitants and owners can directly interact with local experts such as architects. Another example is the long-established NGO „Arab Center for architecture“. Their members have a deep expertise in local architecture and urban planning. Currently a lot of these experts are roaming through the streets of Beirut looking for buildings worth protecting.

And so here is the positive side effect of the disaster to local architecture: not only the historic Osmanic and the French buildings are now in the focus, but also modern cultural heritage as wells. As a matter of fact, 80% of Beirut’s houses come from this period. For instance, the head office of the governmental electricity supplier „Electricité du Liban in Beirut“, built in 1965-1972 by Neema et. is now a listed building. On top of this, the house with the first ever Schindler (electronic) elevator in Beirut has also been chosen to soon become protected. Back in the 1950s it was an attraction and people from all over the country came to see it.

Another positive outcome is that the buildings that are worth protecting are no longer viewed as stand-alone examples of architecture, but within the broader context of their surroundings. For example, urban planners are currently looking for buildings that tell a similar story as the Schindler elevator and are primarily searching in neighborhoods in more undeveloped areas or big parking slots. With this strategy, Beirut wants to preserve not only a single building, but also a whole neighborhood against speculative financial investments.

Obviously, there are a lot more other influencing factors which also lead to a lot more positive side effects. Building reconstructions is expensive. Building reconstructions of whole districts is even more expensive. As a result, local NGOs are working together with international institutions and organisations, such as UNESCO. They in turn provide support through both money and expertise. Also the close interactions of architects, urban planners and sociologists with local inhabitants and owners are key. Due to their own and their family history, the latter have a deep knowledge of Beirut’s buildings deserving protection.

They all seem to have one short-term goal: that the government establishes an urban „Masterplan“ for Beirut as soon and as detailed as possible. Until then the locals and the experts work closely together to rebuild the city and to protect the cultural heritage. To me, this is incredibly admirable (and worth learning from).     


What is YOUR opinion about Beirut's reconstruction? I would love to hear from you!